
Allplan BIM Modell aus Punktwolke – präzises Bestandsmodell eines Gebäudes im LOD 300
Wer als Vermessungsbüro oder Ingenieurbüro heute mit 3D-Laserscannern arbeitet, liefert seinen Auftraggebern präzise Rohdaten – dichte Punktwolken, die jedes Bauteil, jede Wand, jedes Geschoss millimetergenau abbilden. Doch zwischen diesen Scandaten und einem nutzbaren BIM-Modell liegt ein Arbeitsschritt, der intern selten gelingt: die native Modellierung in Allplan.
Viele Büros importieren die Punktwolke und kämpfen dann mit Kapazitätsengpässen, fehlenden Allplan-Kenntnissen oder langen Lieferzeiten. Das Ergebnis: Der Auftraggeber wartet, und das Potenzial des Scans bleibt ungenutzt.
In diesem Beitrag erklären wir, wie ein vollständiger Punktwolke-zu-Allplan-Workflow aussieht, welche LOD-Stufen realistisch erreichbar sind und worauf es bei der nativen Modellierung wirklich ankommt.


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Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet „native Modellierung“ in Allplan?
Der Begriff ist wichtig, weil er einen entscheidenden Unterschied markiert.
Eine IFC-basierte Übergabe bedeutet: Ein Modell wird in einer anderen Software erstellt – etwa Revit oder Archicad – und anschließend als IFC-Datei exportiert. Allplan kann diese Datei öffnen, aber das Ergebnis ist kein editierbares Allplan-Projekt. Bauteile sind nicht parametrisch, Attribute sind nicht korrekt verknüpft, und Anpassungen erfordern erheblichen Nachbearbeitungsaufwand.
Eine native Allplan-Modellierung bedeutet dagegen: Das Modell wird von Beginn an in Allplan erstellt – mit Allplan-Bauteilen, Allplan-Attributen und in der projektspezifischen Ordnerstruktur. Der Auftraggeber erhält eine vollständig bearbeitbare .npz-Projektdatei, die sich nahtlos in seine bestehenden Allplan-Workflows einfügt.
Für Vermessungsbüros und Planungsbüros, die Allplan als Hauptplattform nutzen, ist dieser Unterschied erheblich. Ein natives Modell ist direkt weiterverwendbar – für Bestandspläne, Sanierungsplanung, Ausschreibung oder Facility Management.
Schritt für Schritt: Der Workflow von der Punktwolke zum Allplan-Modell

Workflow Punktwolke zu Allplan – strukturierter Scan-to-BIM Prozess von der Datenprüfung bis zur Modellübergabe
1. Datenannahme und Qualitätsprüfung
Bevor die Modellierung beginnt, wird die gelieferte Punktwolke sorgfältig geprüft. Dabei geht es nicht nur um das Format – E57, RCP, LAS oder XYZ –, sondern um inhaltliche Vollständigkeit.
Typische Prüfpunkte:
- Sind alle relevanten Geschosse erfasst?
- Gibt es Registrierungsfehler zwischen einzelnen Scan-Positionen?
- Sind kritische Bereiche wie Treppenkerne, Nischen oder Fassadenrücksprünge ausreichend abgebildet?
- Entspricht die Punktdichte den Anforderungen des gewünschten LOD?
Werden in diesem Schritt Abweichungen oder Lücken festgestellt, kommunizieren wir das frühzeitig – bevor die Modellierung beginnt. Nachträgliche Korrekturen kosten Zeit und Vertrauen.
2. Koordinatensystem und Georeferenzierung
Punktwolken aus geodätisch kontrollierten Aufnahmen tragen häufig ein definiertes Koordinatensystem – ETRS89, Gauß-Krüger oder ein projektspezifisches Messnetz. Dieses System wird direkt in das Allplan-Projekt übernommen, sodass das BIM-Modell lage- und höhengenau positioniert ist.
Das ist besonders relevant, wenn das Modell später mit Geobasisdaten, Lageplanunterlagen oder anderen Planwerken kombiniert werden soll.
3. Projektstruktur und Allplan-Konfiguration
Vor Beginn der Modellierung wird die Projektstruktur in Allplan eingerichtet – Teilbilder, Geschossebenen, Layerstruktur und Attributzuweisungen. Diese Konfiguration orientiert sich an den Bürostandards des Auftraggebers oder an einem abgestimmten Übergabeprotokoll.
Eine sauber aufgebaute Projektstruktur ist Voraussetzung dafür, dass das Modell beim Empfänger ohne Anpassungsaufwand geöffnet und weiterverwendet werden kann.
4. Modellierung auf Basis der Punktwolke
Die eigentliche Modellierung erfolgt in Allplan, unterstützt durch die direkte Referenzierung der Punktwolke. Abhängig von der gewünschten LOD-Stufe werden folgende Bauteile erfasst:
Bauwerk / Architektur:
- Wände, Stützen, Decken, Dachtragwerk
- Fenster- und Türöffnungen mit Laibungsdetails
- Treppen, Rampen, Brüstungen
Technische Gebäudeausrüstung (auf Anfrage):
- Leitungsführungen, Schächte, Kanalverläufe
- Apparate und Rohrleitungssysteme in Industrieprojekten
Außenanlagen:
- Geländemodell aus Punktwolkendaten
- Erschließungsflächen, Böschungen, Stützmauern
Jedes Bauteil wird entsprechend der vereinbarten LOD-Stufe modelliert. Die Modellierung orientiert sich dabei ausschließlich an den tatsächlich messbaren Geometrien der Punktwolke – nicht an angenommenen oder interpolierten Maßen.
5. Qualitätskontrolle und QC-Report
Nach Abschluss der Modellierung wird das Allplan-Modell systematisch gegen die Punktwolke geprüft. Abweichungen werden dokumentiert, Grenzwerte definiert und ein QC-Report erstellt, der dem Auftraggeber mit der Modelldatei übergeben wird.
Dieser Report ist nicht nur ein Qualitätsnachweis – er dokumentiert auch, an welchen Stellen die Punktwolke selbst unvollständig war und welche Annahmen getroffen wurden.
6. Übergabe
Die Projektübergabe umfasst standardmäßig:
- Allplan-Projektdatei (.npz) in der vereinbarten Version
- IFC-Export auf Anfrage
- QC-Report als PDF
- Kurzdokumentation zur Projektstruktur
Die Übergabe erfolgt über das VMT Solutions Kundenportal, per WeTransfer oder auf Anfrage über einen gesicherten Datentransfer-Kanal.
LOD-Stufen in Allplan: Was ist realistisch?
LOD – Level of Detail (oder Level of Development) – beschreibt, wie präzise und informationsreich ein BIM-Bauteil ist. Für Punktwolke-zu-Allplan-Projekte gelten folgende Richtwerte:
| LOD | Inhalt | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|
| LOD 200 | Massenbauteile ohne exakte Abmessungen | Frühphase, Grobplanung, Kostenschätzung |
| LOD 300 | Bauteilgenaue Geometrie, reale Abmessungen, vollständige Öffnungen | Entwurfs- und Genehmigungsplanung, Bestandsdokumentation |
| LOD 350 | Wie LOD 300, ergänzt um Anschlussdetails für andere Gewerke | Koordinationsmodell, interdisziplinäre Planung |
| LOD 400 | Fertigungsrelevante Genauigkeit, vollständige Detailgeometrie | Industrieprojekte, Denkmalpflege, Sondergeometrien |
Für die meisten Bestandserfassungen und Sanierungsprojekte ist LOD 300 der praxisgerechte Standard. Bei Altbauten mit unregelmäßigen Geometrien, Schiefstellungen oder historischen Konstruktionen kann eine LOD-300-Modellierung mit ergänzenden Detailbereichen in LOD 400 sinnvoll sein.
Wichtig: Der erreichbare LOD hängt maßgeblich von der Qualität der Punktwolke ab. Eine zu geringe Scanauflösung oder lückenhafte Erfassung begrenzt die Modellgenauigkeit – unabhängig von der Sorgfalt der Modellierung.
Häufige Herausforderungen – und wie wir damit umgehen
Komplexe Dachgeometrien

Detailgenaue Modellierung komplexer Dachgeometrien in Allplan basierend auf Punktwolken (LOD 300–400)
Historische Dachkonstruktionen mit unregelmäßigen Sparrenlängen, Verformungen oder nachträglichen Anbauten stellen hohe Anforderungen. Wir modellieren diese Bereiche auf Basis der tatsächlichen Punktwolkengeometrie, dokumentieren Abweichungen und empfehlen im Zweifelsfall eine ergänzende Scannerfassung.
Schlechte Sichtbarkeitsbedingungen
Bereiche hinter Möbeln, in Installationsschächten oder unter abgehängten Decken sind in der Punktwolke oft nicht vollständig erfasst. In solchen Fällen arbeiten wir mit plausiblen geometrischen Annahmen – immer transparent ausgewiesen im QC-Report.
Mehrere Gebäudeteile mit unterschiedlichem Aufnahmezeitpunkt
Bei sukzessiv aufgenommenen Gebäudeteilen können Koordinatensysteme leicht voneinander abweichen. Wir prüfen die Registrierungsgenauigkeit zu Beginn und klären offene Punkte vorab.
Format- und Versionskompatibilität
Allplan-Projekte sind versionsgebunden. Wir liefern in der Allplan-Version, die der Auftraggeber im Einsatz hat – und dokumentieren, falls eine Konvertierung erforderlich ist.
Warum native Allplan-Modellierung einen Unterschied macht
Für Vermessungsbüros und Planungsbüros, die Allplan als Standardplattform einsetzen, bedeutet ein natives Modell:
- Kein Konvertierungsaufwand. Die Projektdatei wird direkt geöffnet – keine IFC-Reimporte, keine Neuverknüpfungen.
- Vollständige Editierbarkeit. Jedes Bauteil ist ein echtes Allplan-Objekt mit allen Eigenschaften, die Allplan kennt.
- Konsistente Attributstruktur. Raumbezeichnungen, Schichtenaufbauten, Bauteileigenschaften – alles ist so angelegt, wie Allplan es erwartet.
- Vertraute Arbeitsoberfläche. Ihr Planungsteam arbeitet in der gewohnten Umgebung – ohne Lernkurve.
VMT Solutions als Allplan-Modellierungspartner
VMT Solutions hat in den letzten Jahren eine wachsende Zahl von Projekten nativ in Allplan modelliert – für Vermessungsbüros, Architekturbüros und Ingenieurbüros im deutschsprachigen Raum. Das Spektrum reicht von einfachen Wohngebäuden bis zu komplexen Industrieanlagen und historischen Bauten.
Unser Ansatz: Sie scannen – wir übernehmen die gesamte nachgelagerte Modellierung. Von der Punktwolkenprüfung über die native Allplan-Modellierung bis zum QC-Report. Termingebunden, qualitätsgesichert, skalierbar.
Wenn Ihr Büro regelmäßig Scanprojekte abwickelt und die BIM-Modellierung intern an Kapazitätsgrenzen stößt, sprechen wir gerne über eine strukturierte Zusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Welche Punktwolken-Formate können verarbeitet werden?
Wir arbeiten mit allen gängigen Formaten: E57, RCP, LAS, LAZ, XYZ und PTX. Bei herstellerspezifischen Formaten (z. B. Faro FLS oder Leica PTG) empfehlen wir eine Vorabkonvertierung durch das Vermessungsbüro.
In welcher Allplan-Version wird das Modell geliefert?
Standardmäßig liefern wir in der Allplan-Version, die der Auftraggeber verwendet. Bitte teilen Sie uns Ihre Versionsnummer bei der Auftragserteilung mit.
Ist auch eine kombinierte Lieferung möglich – z. B. Allplan für Architektur und Revit für TGA?
Ja. Wir modellieren interdisziplinäre Projekte, bei denen unterschiedliche Gewerke in unterschiedlichen Plattformen geliefert werden. Die Koordination und IFC-Abstimmung übernehmen wir.
Wie lange dauert ein typisches Allplan-Modellierungsprojekt?
Das hängt von Gebäudegröße, Komplexität und vereinbartem LOD ab. Als Richtwert: Ein Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus in LOD 300 kann innerhalb von 5 bis 10 Arbeitstagen geliefert werden. Bei größeren Projekten stimmen wir einen verbindlichen Terminplan ab.
Kontakt
Sie haben eine Punktwolke und benötigen ein natives Allplan-Modell?
Beschreiben Sie Ihr Projekt kurz über unser Online-Formular – wir melden uns innerhalb eines Werktages mit einer ersten Einschätzung.
Oder sprechen Sie uns direkt an:
- Online-Formular: https://vmts.ch/Online-Formulare/
- E-Mail: hello@vmts.ch
- WhatsApp:
Allplan BIM Modell aus Punktwolke – präzises Bestandsmodell (LOD 300) für Planung und SanierungVMT Solutions – Scan-to-BIM Partner für Vermessungsbüros und Planungsbüros im DACH-Raum. Revit · Archicad · Allplan · Vectorworks – nativ modelliert, termingebunden geliefert.
Nguyen Huynh (Rainer)

Über den Autor:
Nguyen Huynh (Rainer) ist Geschäftsführer von VMT Solutions und spezialisiert auf Point-Cloud-to-BIM-Workflows für Vermessungs-, Planungs- und Ingenieurbüros im DACH-Markt. Sein Fokus liegt auf präzisen BIM-Modellen, klaren Qualitätsstandards und langfristigen Partnerschaften im deutschsprachigen Raum.
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zufriedene Kunden zu haben.
„Ihre Pläne sind perfekt, so etwas habe ich noch nie zuvor gesehen. Das sind Zeichnungen von höchster Qualität, das muss ich sagen. Ich möchte Ihnen noch einmal meinen herzlichen Dank für Ihre Arbeit aussprechen.“
VMT hat für unser Forschungsprojekt ein großes Industriegebäude in 3D modelliert. An VMT geliefert wurden DWG-Pläne. Herausgekommen ist ein sehr detailgetreues Modell aus Gebäudehülle, Innenwänden, Durchbrüchen und Treppen. Vorher wurde eine deutsche Firma mit dem gleichen Objekt beauftragt, das hat leider gar nicht geklappt. Umso erleichterter war ich, dass VMT das so zuverlässig hinbekommen hat. Vielen Dank für die tolle Arbeit und den wirklich fairen Preis!
Sehr zuverlässige Firma, zuvorkommende Mitarbeiter und top Arbeit. Unsere Pläne wurden sehr schnell und genau erstellt. Vielen Dank dafür. Sehr zu empfehlen.
Top Beratung und hohe 3D-Modellierungsqualität zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis… Was will man mehr? Kann ich wärmstens empfehlen…
























